WELCOME

by  Cindy

Ein kleiner Lebenslauf als BKF - Berufskraftfahrerin -.Was und wie ich so manches nach meinen Umstieg seit 2003 erlebt habe. Wenn ihr noch mehr wissen wollt

Mein Leben als Berufs - Kraftfahrerin und Trucker -

truckerlady_cindy_mein_leben_im_lkw

Nach 3 j. der Rezession/Arbeitslosigkeit  habe ich im Herbst 03 mit der Ausbildung zum Kraftfahrer der EU begonnen ,im Sommer 05 meine Prüfung bei der IHK abgelegt. Bin im Besitz aller Führerschein Klassen incl. ADR-S ,Personenbeförderung sowie Fahrerkarte. Bin 10 Monate Bus für 360.- Euro/mtl. gefahren. Nach dem Praktikum durften wir Azubis natürlich gehen. Sorry , ist aber im Osten leider vieler Orts so. Fachkräfte kosten Geld.

 

Also habe ich mich bei duzenden von Busunternehmen und dann auch bei Speditionen/ TU`s beworben. Bin auf einen dieser Arbeitsvermittler gestoßen, hatte ja einen Gutschein über damals 2000 Euro. Der nette Vermittler hat mich auch an eine "Top Super Firma "in Gotha vermittelt. Nach einigen hin und her, es warn ja immer nur 300 km ,habe ich auch in Gotha angefangen. Ganz kurzfristig, da man unbedingt Fahrer/in brauche. Die Firmeninhaberin wusste das ich nur während meiner Ausbildung nur Hängerzug LKW gefahren bin, ansonst nur Bus. Aber egal, ich kam zum Firmensitz nach Gotha, Nebenstraße 1.Stock Büro. Tolle Zusagen, wie pünktliche Lohnzahlung, Einhaltung L & R, sehr gutes Betriebsklima. Was die Dame nicht sagte, dass der Fahrer des Volvo Sattelzuges diesen wegen fehlender Lohnzahlung abgestellt hatte und verschwand! Ich erhielt die Bordmappe + LKW Schlüssel mit der Maßgabe, dass es ein roter Volvo Sattelzug ist der ca. 30 km entfernt auf einem Rastplatz steht. Wie ich halt bin, kein aufsehen, ab zum Rastplatz . Volvo gesehen, einsteigen und los ging es. Ich war Truckerin ohne einen km jemals auf einen Sattelzug gesessen zu haben. Natürlich bewahrheiteten sich die Angaben der Inhaberin nicht. Nach 6 Wochen lag ich in der Uni - Klinik in Würzburg, mich hat eine def. Eidechse gegen die Wand gedrückt und meine Nieren hatten einen Anriss. Das einzige was die Inhaberin interessierte waren, wo steht der LKW und wo sind die Schlüssel! Lohn oder Abrechnung habe ich, wie man sich denken kann natürlich nicht erhalten. Also Gericht und dazu hat mein Rechtsanwalt eine Strafanzeige gestellt. Wurde nicht weiter verfolgt, da gegen die Inhaberin schon so viele Straftaten vorliegen, dass meine das Kraut nicht dicker machen kann. Ende letzten Jahres habe ich sogar noch einen Teil meines mir zustehenden Arbeitsendgeldes erhalten.


- Nach den ersten Sporen hatte ich nach meiner Genesung ganz in meiner Nähe bei einer Spedition angefangen. Trotz aller anfänglich gemachten Zusagen und auch guten Beginn wurde ich von dem Disponent - Migrant - , auf deutsch fertig gemacht. Alle Frauen gehören an den Herd und ins Bett. Ende der Ansage. Der Eigentümer und eigentliche Chef hatte bereits seit längerer Zeit eine Gewerbeunterlassung und kämpfte mit seinen Alkohol und Drogenproblemen.9 Monate hielt ich durch, bis ich noch 46 kg (von ca. 60 kg) wog und einfach umgefallen bin. Das übliche ist danach erfolgt, kein Geld, keine Papiere usw. Zur Genugtuung, nicht nur von mir, auch vieler weiterer Fahrer wurde die Spedition geschlossen und ging in Insolvenz. Lief so ab wie bei Ricö & Co. Weder haben die Behörten noch Gewerbeamt reagiert und der Steuerzahler durfte für die Schäden aufkommen. Bekanntlich ist an allen schlechten auch etwas gutes.
- Nach längerem suchen und wieder hergestellter Gesundheit hatte ich eine neue Firma gefunden. + Egerland+ Autotransporter fahren. So kam ich dazu umzusatteln, was ich nie bereut habe und nie bereuen werde. Da ich fast 2 Jahre bei der Firma war, gibt es dazu ein eigenes Kapitel.
- Nach der Automobilkrise / Weltwirtschaftskrise sah ich mich nach neuen Arbeitgebern um. In meiner nähe gab es aber kein Unternehmen die Autotransporter Fahrer/in suchten. In Bayern / BW und in den alten BL hätte ich bei einigen anfangen können. Das Problem bestand einfach darin, dass ein Umzug kurzfristig nicht in Frage kam. Überdies wurde ich auch noch Oma eines bezaubernden Engel - Jannes-Max-.

 

- So kam es wie es kommen musste, durch das Arbeitsamt, Agentur für Arbeit, Jobcenter oder wie man diese "Behörde" nennen mag, konnte ich auch ganz in meiner Nähe auf einen Sattelzug anfangen zu arbeiten. Simone, besser wie zu hause herumsitzen und Daumen drehen. Lies sich auch ganz gut an, aber halt nur anfänglich. Die Arbeitszeit war eine Katastrophe, der mir übergebene Sattelzug war eine Zumutung. Bereits in der ersten Woche flog mir das Windleitblech um die Ohren, zu meinen und anderen Verkehrsteilnehmern ihren Glück, die rechte Seite, so dass wenigstens keiner zu Schaden kam. Alle paar Stunden oder Tage war an dieser Bude etwas anderes defekt. Die Eigentümerin interessierte dies reichlich wenig, dass Fahrzeug musste rollen und Zeit, ja Zeit war egal, ob nun 12 oder 18 Stunden täglich. Dies ging dann soweit bis mich die BAG bei Berlin samt Sattel aus dem Verkehr zog. Nicht nur das die komplette Elektronik streikte, nein beim abschleppen wurde festgestellt, dass die Kardanwelle überhaupt nicht zu dem Fahrzeug gehört und mittels Schweißgerät und Flex eingepasst wurde. Aber vom TÜV einen Monat vorher abgenommen!!! Da ich aber mir geschworen hatte nach der Pleite von dem v.g. TU nicht wieder mich vorführen zu lassen, schaffte ich dies Oldtimer Gefährt noch an seinen Platz. Geschlafen hatte ich die Woche so ca. 12 Stunden gesamt. Als ich dann aufmuckte kam es wie in solchen Fällen üblich. Kein Geld, keine Abrechnung aber Kündigung. Durch Lug und Betrug hatte dann die Firma beim Gericht mit meiner Zustimmung einen faulen Vergleich erwirkt. So bekam ich wenigstens 1/3 des von mir erarbeiteten Lohn`s. Wie gesagt, besser Spatz in der Hand als Taube auf  Dach. Aber um eine Erfahrung reicher, es gibt immer mehr schwarze Schafe in dieser Branche.

 

- Nach kurzer Zeit und etwas hin und her konnte ich mein Können wieder auf einen Autotransporter unter Beweis stellen. Tolle Zusagen, tolle angebliche Arbeitsbedingungen und gutes Geld. Pustekuchen, fahren bis zum umfallen, dies im wahrsten Sinne des Wortes. Bei 55 C° im Fahrerhaus ohne Klimaanlage und zig tausende Kilometer in der Woche, fand ich mich auf der Intensivstation des ev. Krankenhauses in Schwerte wieder. Mein Leben verdanke ich nur der sofortigen Hilfe eines Fahrers der Spedition Nagel- Mein Dank möge ihm immer in seinem Leben begleiten, leider konnte ich diesen Schutzengel nie ausfindig machen-, Er war es der mir vor eintreffen des Rettungshubschraubers und dann noch Rettungswagen, mich mit einen nassen Tuch abrieb , Luft zu fächerte und mir etwas kühles zu trinken gab. Bei der Hitze hatte natürlich meine Kühlbox im Fahrerhaus auch schon lange ihren Betrieb eingestellt. Ich war bereits so dehydriert, dass mein Körper noch etwa 5 - 10 Minuten völlig kollabiert währe. Dies ist die Auskunft des Rettungsarztes von Christopher 61 und dem Unfallbericht. Also wieder mal keinen Job, kein Geld und eine Erfahrung reicher. Das gute daran, jetzt konnte ich nicht nur Lohr, sondern auch Rolfo laden. Den Unterschied kennen alle die jemals Autotransporter gefahren sind. Meine Einarbeitungszeit betrug genau einen Tag. Bis dahin habe ich immerhin nach ca. 700 000 km, weder einen nennenswerten Schaden an LKW noch PKW verursacht. Ein Spiegel ist mir bei meinen Mercedes Actros im Gegenverkehr zerbrochen (beidseitiges Verschulden) und einen Kratzer an einem PKW Spiegel- 5 mm -

nach oben

- So kam es wie es kommen musste, durch das Arbeitsamt, Agentur für Arbeit, Jobcenter oder wie man diese "Behörde" nennen mag, konnte ich auch ganz in meiner Nähe auf einen Sattelzug anfangen zu fahren. Simone, besser wie zu hause herumsitzen und Daumen drehen. Lies sich auch ganz gut an, aber halt nur anfänglich. Die Arbeitszeit war eine Katastrophe, der mir übergebene Sattelzug eine Zumutung. Nach 2 Tagen verlor ich das rechte Windblech auf der Autobahn. Zu meinen und weiterer Verkehrsteilnehmer ist keiner zu Schaden gekommen. So ging das von Tag zu Tag und Woche für Woche. Klar es war ein Oldtimer, dieser besser im Museum aufgehoben wäre, wie im täglichen Fernverkehr. Der Truck musste rollen, Arbeitszeit =scheiß egal=, die Reparaturstandzeiten mussten von mir halt mit raus gefahren werden, hieß tägliche reine Arbeitszeit so um die 12 bis 18 Stunden. Dies ging dann soweit, dass ich die Anweisung bekam meine Ruhezeiten nicht mehr einzuhalten und halt leere Fahrerscheiben zu nutzen (also ohne Scheiben zu fahren- man regelt das schon !). Kurz bei Berlin holte mich die BAG aus dem Verkehr, da ich schon mehrfach auf der A 10 durch Ausfall der kompletten Elektronik einen mächtiges Verkehrshindernis darstellte und es zu langen Staus kam. So alle 30 Minuten Standzeit erholte sich die Elektronik wieder und ich konnte wieder einige Kilometer fahren, bis halt nix mehr ging. Die BAG rief selbst ein Abschleppunternehmen an und legte den LKW still. Der Abschleppwagen kam und in solchen Fällen wird bekanntlich die Kardanwelle ausgebaut. Der Mechaniker also unter meinen LKW, ein kurzer Aufschrei nach dem Beamten der BAG. Es stellte sich heraus, dass in den LKW eine Kardanwelle mittels Schweißgerät und Flex eingebaut war, diese nicht zu dem Mercedes gehörte und mir jederzeit um die Ohren fliegen konnte. Das ganze wurde von BAG per Foto dokumentiert und ein Bericht geschrieben. Merkwürdig war daran, dass der LKW erst vor 4 Wochen durch die HU gekommen ist und vom TÜV dies bestätigt bekam!!! Wie dies geht wissen sicherlich einige die meine Zeilen lesen. Mein LKW wurden dann auch über Nacht und nächsten Tag repariert und ich konnte weiter. Ich rief also meine Firma an, da ich weder noch Lenkzeit noch Arbeitszeit zur Verfügung hatte (max 60 h Arbeitszeit/Woche). Aber das war meiner Chefin egal ich solle weiter fahren und Ruhezeiten, Arbeits- und Lenkzeit sind ihr egal, besser als Konventionalstrafe zahlen. Nachdem ich halt in dieser Woche so um die 80 Arbeitsstunden hatte, ohne die Arbeitszeit in welcher ich angewiesen wurde auf Pause zu schalten und so 15 Stunden Schlaf die Woche über hatte (so um die 2- 4 Stunden am Tag/ vorgeschrieben sind 11 Stunden Ruhezeit pro Tag), stellte ich den LKW noch am Firmensitz ab und war fertig. Rest wie üblich, kein Geld, keine Abrechnung aber die Kündigung als ich aufmuckte, dass ich dies nicht mehr mitmachen werde. Eine Erfahrung mehr.

 

- Da ich unterwegs von einen sog. Berufskollegen eine Telefonnummer bekommen hatte, dieser suche immer zuverlässige Berufskraftfahrer/innen. Rief ich bei diesem an. Ja kein Problem er ist nicht nur Fahrer sondern auch Vermittler und ich könne sofort anfangen. Bekomme eine LKW, feste Touren und den LKW könne ich bei mir zu hause jede Woche abstellen. Er hat da eine Firma, diese direkt in Treuen mehrere Be- und Endladestellen habe. Gehalt und Spesen wären auch okay, klar deren Firmensitz ist zwar 480 km von mir entfernt, aber ich kann ja den LKW zu hause abstellen. Lug und Trug, ich kann nur jeden vor solchen Jobvermittlern warnen. Ich wurde zwar am ersten Tag von zu hause abgeholt, dass war es aber schon. Chaotisches arbeiten, Sklavenhaltung war im römischen Reich sicherlich besser. Nix mit LKW zu hause, ich sollte nach 70- 80 Stunden die Woche noch ca. 1 000 km mit meinen privat PKW an seine Betriebstätte kommen. Also um die 100- 120 Stunden die Woche unterwegs sein. Die Woche hat aber nun einmal nur 168 Stunden. Der Liebe Gott lässt sich um seine Zeit aber nicht betrügen, auch nicht führ den Herrn Arbeitsvermittler. Da ich weder blond noch blöd bin und schon um die 800 000 km hinter mir hatte, konnte mich der der Herr Lug und Trug mal, wie vereinbart stellte ich mein Arbeitsgerät korrekt wie vereinbart , nach ausgeschöpfter Lenk und Arbeitszeit ab. Was folgte, war die übliche Masche. Halt nicht ganz, ich bekam sogar meinen Lohn, der mir zwar so nicht zustand, bekam aber 1.-  Euro Lohnzahlung auf mein Konto überwiesen und das sogar pünktlich zum Zahltag.!

 

- Wie es meine Natur als Kämpfer halt ein mal ist, steckte ich den Kopf nicht in den Sand (obwohl ich mehrfach daran gedacht hatte, muss ich ehrlich zugeben). Ich fand auch recht schnell wieder Arbeit, aber jetzt wieder in dem Bereich wo ich am besten hingehöre und meine Leidenschaft daran hängt. Ich fuhr wieder einen Autotransporter. Der Chef okay, dass Umfeld okay, die Technik okay und Geld gab es angemessen pünktlich. Was ich nicht wusste, dass ich nur für die Krankenvertretung eines Kollegen offensichtlich genommen wurde. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass mein Chef ein echt netter Kerl war und ist. Er erzählte mir auch von seinem Leid das es hinten und vorn nicht langen würde und er seinen Fuhrpark zurück fahren müsse. Eigentlich ungewöhnlich in der jetzigen Wirtschaftslage. Leider sehe ich seit Wochen keiner meiner ehemaligen Kollegen mehr, kann nur hoffen das er weiter macht und nicht unter die Räder kommt.

 

Fazit, ich fahre weiter Autotransporter unter sichtlich guten Bedingungen und mit freute an meiner Arbeit. Geld stimmt (angemessen und sicherlich mehr wie viele meiner Kollegen hier im Osten), Arbeitszeit, Lenk - und Ruhezeiten korrekt. Top Disposition und angenehmes Geben und Nehmen. Noch ein weiteres Plus kommt hinzu, jetzt kommen zum Lohr, Rolfo noch Kaessbohrer Aufbau hinzu. Habe zur Einarbeit 12 Stunden benötigt. Bleibt nur zu sagen, so sollte es sein.

 

Das ganze wicht aber die Tatsache nicht weg, dass das Image von uns Fahrpersonal völlig am Boden ist. Viele von ca. 800 000 Kraftfahrer/in wie Sklaven gehalten und entlohnt werden. Es brauch auch keiner nach Gesetz Änderungen zu rufen, die sozial Gesetze sind für uns völlig in Ordnung, nur fehlt es an deren Umsetzung und Überwachung durch die Behörden. Hier sind Sie, Damen und Herren Politiker gefragt, heben Sie ihre Körper einmal aus ihren bequemen sündhaft teuren, weil nach der Arbeitsplatzverordnung und Arbeitsschutz bereit gestellte Sessel und kümmert euch um die Berufsgruppe, diese euch die teuren Chefsessel, euer täglich Brot und alle sonstigen Waren des täglichen Lebens bringen. Wie Norbert Blüm (Minister a.D) kürzlich bei Anne Will sagte, " Wenn das alles so weiter wie bisher geht, sieht er den Sozialstaat im höchsten Maß als gefährdet an und gibt ihm noch 5 Jahre". Thema der Sendung " Lohnt sich noch Arbeit in Deutschland?"

 

In diesen Sinn, bewegt euch und spielt nicht Mikado.

 

 


Besucht auch meinen neuen Shop Cindy`s Car und Truck Styling  Online Shop



 

Truckerlady

BKF Info`s

Ohne das ich mich momentan beklagen kann, stehe ich dazu, dass endlich unser Beruf wieder das Image und Ansehen bekommt, dieses ihm zusteht. Es kann nicht sein das unsere Politiker nur in Wahlkampfzeiten an unser sich erinnern. Leider gibt es nur noch sehr wenige TU und Speditionen, diese ihr Personal achten und schaetzen.

ausbildung zum bkf mein erster truck Volvo fh 12 mein truck autotransporter